Mitarbeiterparkplätze sind ungenutzte Fläche. Mit Solarcarports werden sie zu produktiver Infrastruktur.

Im Logistik-Areal eines Speditionsunternehmens in Sehnde stehen 240 Mitarbeiterstellplätze und 36 Lkw-Stellplätze, dazwischen einige asphaltierte Pufferflächen. Die Geschäftsführung hat im Aufsichtsrat angekündigt, im Rahmen der CSRD-Berichtspflicht den Eigenstromanteil bis 2028 spürbar zu erhöhen. Das Hauptdach der Lagerhalle ist statisch ausgereizt, das Nachbargrundstück gehört nicht zum Unternehmen, und das Bestandsareal ist nahezu vollständig versiegelt. Was bleibt, ist die Überdachung der Parkflächen mit Solarcarports.
Ein Solarcarport kombiniert drei Funktionen in einem Bauwerk: Wetterschutz für die abgestellten Fahrzeuge, eine erhöhte Plattform für die Photovoltaikmodule, und in der Mehrzahl der Gewerbeanwendungen die Aufnahme von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Wir planen Solarcarports nicht als Dachersatz, sondern als eigenständigen Anlagentyp, weil Statik, Brandschutz, Entwässerung und Personenführung andere Anforderungen stellen als ein Hallendach.
In Niedersachsen sind Solarcarports baurechtlich Sonderbauten, die je nach Größe und Stellplatzanzahl eine Baugenehmigung benötigen. Die niedersächsische Bauordnung verlangt für Anlagen über 100 Stellplätze ein Brandschutzkonzept, eine geprüfte Statik und in vielen Kommunen einen Entwässerungsnachweis für die Abführung des Niederschlags von der versiegelten Dachfläche. Wir koordinieren diese Nachweise gemeinsam mit unserer Statik- und Genehmigungsplanung und bereiten den Bauantrag entscheidungsreif vor.
Der einreihige Solarcarport überdeckt eine Stellplatzreihe und ist die einfachste Variante, häufig für Mitarbeiterparkplätze hinter Verwaltungsgebäuden. Pro Stellplatz lassen sich je nach Modulneigung 2,5 bis 3,2 kWp installieren. Die Investitionskosten liegen je nach Ausführung deutlich über der einer vergleichbaren Aufdachanlage, weil die Tragkonstruktion als eigenes Bauwerk errichtet wird.
Der zweireihige Solarcarport überdeckt zwei gegenüberliegende Stellplatzreihen mit einer durchgehenden Mittelfahrgasse. Diese Variante ist die wirtschaftlich attraktivste, weil die Tragstruktur pro überdachter Fläche günstiger ausfällt als beim einreihigen Typ. Sie eignet sich besonders für Mitarbeiterparkflächen mit hoher Auslastung tagsüber, weil das produzierte Solarstromprofil und das Ladeprofil der angeschlossenen Wallboxes gut zusammenpassen.
Der Großcarport für Lkw- oder Trailerparkplätze hat erhebliche Spannweiten und Tragkapazitäten, weil unter ihm Sattelzüge manövriert und abgestellt werden. In Gewerbeparks an der A2 oder A7 zwischen Hannover und Braunschweig haben sich solche Großcarports in den letzten Jahren als sinnvoller Hybrid aus Wetterschutz, PV-Fläche und perspektivischer Megawatt-Ladeinfrastruktur etabliert.
Ein Solarcarport rechnet sich anders als ein Hallendach. Die Investitionskosten sind höher, dafür ist die Eigenverbrauchsquote in Kombination mit Mitarbeiter-Wallboxes oder Lkw-Ladestationen häufig deutlich besser. Wir prüfen in der Wirtschaftlichkeitsberechnung drei Szenarien: reiner Volleinspeisung, Eigenverbrauch ohne Ladeinfrastruktur und Eigenverbrauch mit gesteuertem Laden. In den meisten Gewerbe-Fällen liegt die statische Amortisationszeit bei einer Carport-Anlage in einem Korridor von neun bis dreizehn Jahren, je nach Strompreisszenario und Ladestrom-Tarifgestaltung.
Die Förderkulisse hilft. Über die KfW-Programme 270 und 293 sowie über regionale Förderlinien der niedersächsischen NBank werden Solarcarports mit Ladeinfrastruktur häufig kombiniert förderfähig, was die Anfangsinvestition spürbar reduziert. Wir analysieren die jeweils aktuellen Programmbedingungen im Rahmen der Förderberatung, damit die Kombination tatsächlich greift und keine Anti-Kumulierungsregelung übersehen wird.
Sie bekommen einen Carport-Vorentwurf mit Konstruktionstyp, statischem Lastansatz, PV-Belegung in kWp, Ladeinfrastruktur-Auslegung und einer abgestimmten Bauantragsunterlage. Begleitend erstellen wir eine Vor-Ort-Begehung mit Aufnahme der Trassenführung für die elektrische Anbindung, den Entwässerungsnachweis und einen Vorschlag zur Phasenplanung, falls das Areal in Bauabschnitten überbaut werden soll. Die Kostenposition wird mit Bandbreiten ausgewiesen und gegen Vergleichsangebote aus Aufdach- oder Freiflächenanlagen gespiegelt.
Vorläufige Potenzialeinschätzung. Keine technische Planung, kein verbindliches Angebot und keine Rechtsberatung.
Solarcarports verbinden Mitarbeiterparkplätze mit PV-Erzeugung und schaffen gleichzeitig Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge.