Wirtschaft

Eigenverbrauchsquote

Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, der direkt im eigenen Betrieb verbraucht wird, statt in das öffentliche Netz eingespeist zu werden.

Typische Spannweite zwischen 30 und 80 Prozent.
Höhere Quote führt zu kürzerer Amortisation.
Speicher und Lastmanagement heben die Quote messbar.
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Eine Geschäftsführerin in der Region Hannover sitzt vor der ersten Jahresabrechnung ihrer neuen Gewerbe-PV-Anlage. Die Anlage produziert wie geplant, das Monitoring zeigt grüne Balken, der Wechselrichter läuft sauber. Trotzdem liegt der wirtschaftliche Ertrag deutlich unter den Erwartungen. Die Ursache findet sich nicht im Modul, sondern in einer einzigen Kennzahl: der Eigenverbrauchsquote.

Wir bei SONEYA verstehen die Eigenverbrauchsquote als den wichtigsten wirtschaftlichen Hebel jeder Gewerbe-PV-Anlage in Niedersachsen. Sie misst, welcher Anteil des selbst erzeugten Solarstroms direkt im eigenen Betrieb verbraucht wird, statt zur EEG-Vergütung in das öffentliche Netz einzuspeisen. Jeder Prozentpunkt verschiebt die Amortisation messbar.

Warum die Quote so viel mehr zählt als die installierte Leistung

Bezugsstrom kostet im Gewerbe typisch zwischen 25 und 35 Cent pro kWh, je nach Netzgebiet, Lieferantenstruktur und Lastprofil. Die EEG-Einspeisevergütung liegt typisch zwischen 6 und 13 Cent pro kWh, abhängig von Inbetriebnahmedatum und Anlagengröße. Wer eine kWh selbst verbraucht, gewinnt also den Differenzbetrag, nicht den Vergütungssatz. Daher ist eine Anlage mit 50 Prozent Eigenverbrauch wirtschaftlich oft attraktiver als eine größere Anlage mit nur 25 Prozent.

Wir kalkulieren diesen Effekt in jeder Wirtschaftlichkeitsberechnung explizit. Statt einer pauschalen Quote arbeiten wir mit dem realen Lastgang aus dem 15-Minuten-Zähler oder, wenn dieser fehlt, mit typisierten Branchen-Profilen und einer Sensitivitätsanalyse über die wahrscheinlichste Bandbreite. So wird sichtbar, wie das Ergebnis auf eine Änderung der Quote reagiert.

Drei Hebel, die in Kombination am besten wirken

Der erste Hebel ist Lastmanagement: verschiebbare Lasten wie Klimatisierung, Kompressoren oder Wärmepumpen wandern in die Sonnenstunden. Das setzt voraus, dass der Betrieb die Verschiebung organisatorisch erlaubt und dass eine Steuerung diese Verschiebung automatisch managt. Der zweite Hebel ist der Batteriespeicher: er puffert die Mittagsspitze und stellt den Strom in die Abendlast bereit. Der dritte Hebel ist PV-gekoppelte Ladeinfrastruktur für Fahrzeuge: tagsüber laden statt nachts.

In der Praxis kommen diese drei Hebel selten einzeln zum Einsatz. Wir prüfen in der Eigenverbrauchsoptimierung, welche Kombination bei Ihrem konkreten Lastprofil den größten wirtschaftlichen Hebel liefert und in welcher Reihenfolge die Maßnahmen sinnvoll umgesetzt werden.

Realistische Bandbreiten pro Branche

Bürobetriebe ohne Speicher und ohne Lastmanagement erreichen typisch 25 bis 40 Prozent Eigenverbrauchsquote. Produktionsbetriebe mit klassischer Tagschicht liegen zwischen 50 und 70 Prozent. Logistikbetriebe mit Nachtschicht und Speicher sind im Bereich 60 bis 85 Prozent realistisch. Eine Quote von 100 Prozent ist in der Praxis nicht erreichbar; sie taucht in Marketing-Folien auf, nie in seriösen Kalkulationen.

Die Branchenwerte sind Spannweiten, keine Punkte. Wir messen, prognostizieren und legen die Bandbreite offen. Wer in einer Wirtschaftlichkeitsrechnung eine 80-Prozent-Quote ohne Datenbasis annimmt, baut sich eine Rechnung, die im Bankgespräch nicht hält.

Was die Quote nicht alleine löst

Eine hohe Eigenverbrauchsquote ist kein Ersatz für eine gute Anlagendimensionierung. Eine Anlage, die zu klein ist, hat hohe Quoten aber niedrige absolute Erträge. Eine Anlage, die zu groß ist, erzeugt Überschuss, der bei niedriger Vergütung wirtschaftlich kaum trägt. Die richtige Größe finden wir in der vorgelagerten Potenzialanalyse: aus Lastgang, Dachfläche, Statik und Strompreis ergibt sich die Anlagengröße, die wirtschaftlich am besten passt.

Monitoring macht die Quote sichtbar und steuerbar

Nach Inbetriebnahme misst das Anlagen-Monitoring den Eigenverbrauch in 15-Minuten-Auflösung. Diese Daten fließen in das Betriebs- und Service-Reporting und sind die Grundlage für die laufende Optimierung. Wer den Lastgang ein Jahr lang beobachtet, findet typischerweise weitere fünf bis zehn Prozentpunkte Quote, ohne in neue Hardware zu investieren.

Vorläufige Potenzialeinschätzung. Keine technische Planung, kein verbindliches Angebot und keine Rechtsberatung.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist die Eigenverbrauchsquote so wichtig?

Jede selbst verbrauchte kWh ersetzt teuren Netzstrom (typisch 25 bis 35 Cent pro kWh) und ist wirtschaftlich deutlich wertvoller als die EEG-Einspeisevergütung (typisch 6 bis 13 Cent pro kWh). Die Quote bestimmt damit maßgeblich die Amortisationszeit und ist der wichtigste Hebel in der Wirtschaftlichkeitsberechnung. Wir kalkulieren die Spannweite immer projektspezifisch und nie als Pauschalwert.

Wie wird die Eigenverbrauchsquote gemessen?

Wir bilden das Verhältnis von selbst verbrauchter PV-Energie zur gesamten erzeugten PV-Energie über den jeweiligen Zeitraum. Modernes Anlagen-Monitoring erfasst beide Werte separat und liefert monatliche, tägliche und 15-minütige Auflösungen. Für saubere Daten brauchen wir den geeichten Ertragszähler und den Bezugszähler des Netzbetreibers; daraus lässt sich der Eigenverbrauch sauber ableiten.

Wie kann die Quote gesteigert werden?

Drei Hebel funktionieren in Kombination am besten: Lastmanagement, Batteriespeicher und PV-gekoppelte E-Ladeinfrastruktur. Lastmanagement verschiebt verschiebbare Lasten in die Sonnenstunden, Speicher puffern die Mittagsspitze in die Abendlast, Ladeinfrastruktur konsumiert tagsüber direkt. Wir prüfen pro Betrieb, welche Maßnahme bei Ihrem Lastprofil den größten wirtschaftlichen Hebel liefert.

Welche Eigenverbrauchsquote ist realistisch?

Bürobetriebe ohne Speicher liegen typisch zwischen 25 und 40 Prozent. Produktionsbetriebe mit Tagschicht zwischen 50 und 70 Prozent. Logistik mit Nachtschicht und Speicher zwischen 60 und 85 Prozent. Mit kombinierten Maßnahmen aus Lastmanagement und Speicher sind über 80 Prozent erreichbar. Eine 100-Prozent-Quote ist in der Praxis unrealistisch und sollte in keiner seriösen Wirtschaftlichkeitsrechnung als Annahme stehen.

Wann lohnt sich der zusätzliche Aufwand zur Optimierung?

Sobald der Bezugsstrompreis über 25 Cent pro kWh liegt und die Anlage über 100 kWp groß ist, lohnen sich strukturelle Optimierungsmaßnahmen. Bei kleineren Anlagen und niedrigen Strompreisen ist Pure-Self-Consumption ohne Zusatztechnik oft ausreichend. Den Schwellenwert berechnen wir projektspezifisch im Rahmen der Eigenverbrauchsoptimierung.

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